Wettbewerbsbeobachtung
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Lektion 3: Das Intelligence Fundament

Lektion 3

Sie erfahren in dieser Lektion mehr über das Fundament, auf dem der Intelligence Cycle aufbaut. Um Competitive Intelligence erfolgreich im Unternehmen einzusetzen, muss nicht nur der Prozess „stehen“. Auch die nötigen Rahmenbedingungen – hier Fundament genannt – sollten vorhanden sein um eine erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten.

1.  Systeme: Ohne Technologie geht (fast) nichts

Das Wichtigste vorab: Competitive Intelligence ist kein IT-Projekt. Oftmals endet das Thema in der IT-Abteilung, und dort hat es nichts verloren. Ohne IT kommt aber auch CI nicht aus. Deshalb finden sich von Excel, Access über Lotus Notes bis hin zu eigenen Wettbewerbsportalen eine Vielzahl an technischen Unterstützungsmöglichkeiten. Meine Faustregel lautet: nicht mehr als 20% des CI-Budgets darf für IT verwendet werden, für Research und Analyse sollten es 80 % sein!

Notiz zu Software Tools

Die Frage nach der richtigen Software taucht regelmäßig auf. Bevor Sie sich verschiedenen Anbieter ansehen, und deren und ihre Zeit nutzlos beanspruchen, sollten Sie vorab definiert haben, was diese Tools und Systeme konkret abdecken müssen.

2.  Organisation: Wer macht das?

Wichtig ist letztendlich nicht, wo der Bereich (die Person) angesiedelt ist, sondern ob die notwendige Unterstützung vorhanden ist. Alle wollen CI im Unternehmen haben, nur keiner will sich die Mühe machen. So kommt es vor, dass Praktikanten oder andere mit dem Business nicht vertraute Mitarbeiter, Recherchen durchführen. Ist dies nicht sträflich leichtsinnig? Angesiedelt ist CI dann entweder in der Forschung & Entwicklung, im Sales, in der Strategieabteilung, im Marketing, in der Marktforschung, bei der Informationsstelle oder in eigenen Stabstellen. Oder – wie oft in größeren Unternehmen – in mehreren dieser Abteilungen. Das Thema ist nur „top-down“ durchführbar, d.h. die Geschäftsführung oder ein Entscheider gibt den Anstoß!

3. Kosten: Eine Investition in die Zukunft? 

There is no free lunch! Auch CI kostet Geld. Und nur gut geschulte, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter bringen das Unternehmen vorwärts. Professionell aufgesetzt zahlt CI jede Investition mehrfach zurück.Für eine funktionierende Competitive Intelligence Einheit benötigen Sie qualifizierte Mitarbeiter, IT-Systeme (zumindest eine Datenbank), Zugang zu kostenpflichtigen Informationsquellen (externe Datenbanken, Studien, ..), Trainings und Weiterbildung sowie externe Dienstleister.

Überlegen Sie einfach: Können Sie es sich leisten, auf eine professionelle Wettbewerbsbeobachtung zu verzichten?

4. Kultur: Wissen ist Macht

Auch innerhalb des Unternehmens gilt: Ein Löwe leiht dem anderen nicht gerne seine Zähne. Wettbewerbswissen ist Macht! Besonders stark ist dies im Vertrieb ausgeprägt.Ziel ist es, über Abteilungsgrenzen hinweg eine Zusammenarbeit zu erreichen und die aktive Einbindung von anderen Abteilungen in der CI-Arbeit zu erreichen. Die funktioniert in der Praxis unterschiedlich gut. Oftmals mit dem „Zuckerbrot & Peitsche“-Ansatz.Es werden einerseits Anreiz-Systeme geschaffen (z.B. erhält der Vertrieb für ihn wertvolle Informationen vorab) und andererseits seitens der Führungskräfte „Druck aufgebaut“ Wissen zu teilen. Dies erfordert natürlich ein aktives Vorleben durch Führungskräfte.

5. Personen: Die richtigen Skills

Vorerst: den idealen CI-Manager gibt es nicht. Denn diese Funktion fordert eine Vielzahl an unterschiedlichen Eigenschaften die selten in einer Person zu finden sind. Zum einen muss die Person konzeptionell & strategisch denken können. Auch ein guter Draht zum Top-Management ist essenziell. Analytischer Sachverstand und Selbstorganisation gehören ebenso dazu, wie Teamorientierung, gute Kommunikationsfähigkeit und Vernetzung innerhalb des Unternehmens. Wie gesagt: Das ist das IDEALE Profil.

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