Anker-Effekt

Update: 03/12/2025
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Anker-Effekt: Wie der erste Preis die Wahrnehmung steuert

Anchoring Bias (Anker-Effekt) bezeichnet ein psychologisches Phänomen, bei dem Menschen stark von der ersten Information beeinflusst werden, die sie erhalten – im Pricing-Kontext ist das meist der zuerst genannte Preis.

Was bedeutet das konkret?

Der erste Preis, den Sie kommunizieren, setzt einen mentalen Anker. Alle danach genannten Preise oder Optionen (z. B. Funktionen, Leistungen, Alternativen) werden unbewusst damit verglichen und im Verhältnis bewertet – nicht objektiv für sich genommen.

 Beispiel für den Anker-Effekt

Wenn Sie zuerst einen hohen Preis nennen – etwa 5.000 € für eine Premium-Version –, wirkt ein danach genannter Preis von 3.000 € für die Standard-Version automatisch als „guter Deal“.
Die Wahrnehmung wird relativiert, obwohl 3.000 € objektiv betrachtet ein hoher Betrag sein können.

Beispiel Anker-Effekt

Nutzen im Marketing und Vertrieb

Setzen Sie bewusst einen hohen Referenzpreis – z. B. durch:

  • eine teurere Option im Angebot (Decoy Pricing)
  • eine hohe unverbindliche Preisempfehlung (UVP)
  • ein gestaffeltes Preismodell mit Premium-Paket zuerst

Diese Technik wirkt besonders stark, wenn:

  • Kaufentscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden
  • der Nutzen schwer messbar oder emotional aufgeladen ist (z. B. Beratung, Coaching, Software)
  • Preise visuell und logisch vergleichbar dargestellt sind

Praxis-Tipp für Unternehmen

Nutzen Sie den Anker-Effekt bei Angebotsgestaltung, Produktseiten und Verkaufsgesprächen.
Beispiel:

„Unsere Premiumlösung liegt bei 5.000 €. Für Ihr Projekt genügt aber bereits die Standardvariante um 3.000 €.“

So wird der günstigere Preis als vernünftiger Kompromiss wahrgenommen – auch ohne objektive Preisbewertung.

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