Neue und digitale Geschäftsmodelle finden

Unternehmen sind ständig bestrebt sich weiter zu entwickeln und ihr Geschäftsmodell laufend zu adaptieren. Im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung verändern sich die Geschäftsmodelle und Kundenerwartungen. Und das unglaublich rasant. Darum ist es essentiell innovative Geschäftsmodelle für sich zu entdecken und einen Wettbewerbsvorsprung zu erarbeiten.

Eine Vielzahl von Unternehmen, die vor 10 Jahren noch gar nicht existierten, haben durch ihre digitalen Geschäftsmodelle Marktstrukturen komplett verändert und Branchengrenzen eingerissen. Diese Umbrüche – auch Disruptionen genannt – sind in vielen Branchen denkbar.

Was ist ein disruptives Geschäftsmodell?

Darunter sind Geschäftsmodellinnovationen zu verstehen, die die bisherigen Marktgegebenheiten aushebeln. Gerade im Zusammenhang mit der Digitalisierung sind eine Reihe von disruptiven Geschäftsmodellen entstanden.

Beispiele disruptiver Geschäftsmodelle

  • Das Geschäftsmodell von airbnb
  • Das Geschäftsmodell von Uber
  • Das Netflix Geschäftsmodell
  • Das Geschäftsmodell von airbnb

    Werfen wir einen Blick auf die Buchung von Unterkünften bevor es airbnb gab. Die Vermieter mussten in Verzeichnissen oder mit eigenen Webauftritten auf ihr Angebot aufmerksam machen. Die potenziellen Kunden aus einer Vielzahl von Angeboten das für sie richtige auswählen. Mit unterschiedlicher Aufbereitung, unterschiedlichem Buchungsverhalten und unterschiedlicher Bezahlweise.
    airbnb hat nun die Angebots- und Nachfrageseite mit einem einheitlichen global verfügbaren System miteinander verbunden. Innerhalb einer festgelegten Struktur können die Anbieter Ihre Wohnungen und Unterkünfte ansprechend darstellen, inklusive Verfügbarkeit, Kosten, Bildern und Referenzen von zufriedenen Kunden. Die Kunden haben die direkte Vergleichbarkeit, die Sicherheit des Plattformbetreibers und dessen Brand und die Einschätzung von früheren Mietern. Das Besondere an dem Modell ist, das airbnb selbst über keine Unterkünfte verfügt, sondern reiner Vermittler ist.

    Wie gehen Sie nun bei der Geschäftsmodellentwicklung vor?

    1. Geschäftsmodellanalyse

    Um ein Modell entwickeln zu können sollten Sie zuerst einige andere Geschäftsmodelle analysieren. Mit dem Business Model Canvas ist das einfach und übersichtlich möglich.

    2. Geschäftsmodell entwickeln

    Anhand der analysierten Geschäftsmodelle und mit Hilfe der Kenntnis Ihrer eigenen Stärken und Schwächen, sowie der Möglichkeiten der Digitalisierung für Ihr Unternehmen wird nun ein Geschäftsmodell erarbeitet.

    3. Geschäftsmodell beschreiben

    Um das Modell auch anderen verständlich zu machen, sollte es neben der visuellen Darstellung im Canvas auch niedergeschrieben werden. Inklusive Berechnungen und Mockups.

    Was würde Google tun

    Was wäre, wenn Google in Ihren Markt eintritt?

    Schockt Sie diese Vorstellung? Oder denken Sie: ach was, das wird uns doch sicher nicht passieren. Überlegen Sie einmal und stellen Sie sich vor, wie Google bei einem Markteintritt Ihre Kunden ansprechen würde. Oder nehmen Sie andere Marktveränderer wie Uber, Amazon, Facebook oder Apple, die viele Märkte aufgemischt haben. Was würden diese Unternehmen in Ihrem Markt anbieten? In welcher Aufmachung und Verpackung? Und zu welchem Preis?

    Markteintritt Google

    Auch wenn es unwahrscheinlich klingt ist es doch wert, sich gedanklich damit zu befassen. Warum? Weil Sie dadurch zu neuen Ideen und Ansätzen gelangen können, die Ihnen gegenüber Ihren direkten Wettbewerbern einen entscheidenden Marktvorteil bringen. Aus diesem Grunde werden ja auch oft branchenfremde Best-Practices analysiert und deren Umsetzbarkeit in der eigenen Branche hinterfragt. Übrigens: das die einleitende Frage gar nicht so abwegig ist, zeigt sich weiter unten anhand des Thermostatherstellers Nest.

    Kritische Fragen zu einem Markteintritt von Google & Co

     Fragen Sie sich und Ihre Kollegen:

    • Was könnten wir in unserer Branche verändern, um wie Google zu agieren?
    • Sollen wir bisher bezahlte Dienstleistungen kostenlos anbieten?
    • Können wir einen neuen, innovativen Service einführen?
    • Was würde passieren, wenn wir das optische Erscheinungsbild unseres Produktangebots massiv verändern?

    Ein nützliches Tool in diesem Zusammenhang ist das Business Model Canvas, bei dem die verschiedenen Überlegungen in einem Geschäftsmodell einfach und übersichtlich gemeinsam mit Kollegen durchgespielt werden können.

    Fragen Sie sich doch in Zukunft öfters: „Was würde Google tun?“

    Digitalisierung: Lektionen aus dem Taxistreik 

    Der Anbieter Uber, greift das etablierte und konservative Taxi-Geschäft frontal an. Durch eine App können User Fahrtdienste bestellen, zu einem Vorab-Fixpreis, mit dem nächstgelegenen Fahrzeug und zu Kosten, die 20-40 % unter den vergleichbaren Taxikosten liegen. Neben dem monetären Vorteil hat der Kunde auch die Gewissheit, das es am Ende der Fahrt nicht zu einer negativen Überraschung kommt. Gelingt es Uber tatsächlich die Taximonopole in Europa zu knacken, dann wird sich die ganze Branche radikal verändern.

    Digitalisierung: Schicke Thermostate und eine Bedrohung am Horizont

    Nest

    Credit: Image source www.nest.com

    Im Herbst 2013 fragte ich einen Geschäftsführer eines deutschen Mittelständlers, zu seiner Meinung über ein neues Unternehmen namens NEST, das ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter gestartet hatte.
    Es ging dabei um schicke Thermostate.

    Wir haben das Produkt gekauft, zerlegt, es analysiert und halten nicht viel davon. Unsere eigenen Produkte sind technologisch viel weiter. Diese Firma stellt keine Bedrohung für uns dar“, so seine Antwort.

    Im Januar 2014 wurde NEST für 3,2 Mrd. USD von Google gekauft. Der hohe Kaufpreis ist dann gerechtfertigt, wenn man sich das Business-Modell von Google vor Auge führt, möglichst viel über seine Nutzer zu erfahren. Durch Informationen aus Thermostaten lassen sich eine Vielzahl an persönlichen Daten in den eigenen vier Wänden der Bewohner gewinnen.

    UPDATE September 2014: Jetzt wird das Unternehmen, das bisher nur in den USA aktiv war zu einer echten Bedrohung für die europäischen Anbieter.

    Google-Tochter Nest kommt nach Europa
    Die Haustechnik mit dem Smartphone steuern: Das von Google für drei Milliarden Dollar gekaufte US-Unternehmen Nest drängt mit vernetzten Thermostaten und Rauchmeldern auf den europäischen Markt.
    Quelle: Berliner Morgenpost

    Hätten Sie diese Marktveränderung vorausgesehen? Wohl kaum.

    Marktveränderungen spielerisch erarbeiten

    Strategische Überlegungen und Wettbewerber-Aktivitäten werden oft in Strategiemeetings und Workshops diskutiert und erarbeitet. Basierend auf einer Fülle von Marktzahlen und Erkenntnissen aus der Vergangenheit. Oft bleibt wenig Platz für die Diskussion über Marktveränderungen. Wir bieten ein neues interaktives Format an, Planspiele (Driving Strategy, Compete!, Gamechangers …) welche die Zusammenarbeit steigern, die Kreativität fördern und das gemeinsam Erlernte und Erlebte besser verankern.

    Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus?
    Setzen Sie sich schon “spielerisch“ mit dem Wettbewerb auseinander?